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KIT Wissen

Lebenselixier Wasser: in unseren Breiten fließt es reichlich, wir müssen es nur sauber halten. (Bild: John Wigham Akuppa)

am 09. und 10. August

Moderation: Kornelius Sücker

Brunnenvergiftung

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Es wird in unseren Breiten vorwiegend aus Grundwasser gewonnen, Auch Quellen speisen sich aus Grundwasser, das an bestimmten Stellen zutage tritt. Überhaupt bilden Oberflächenwasser und Grundwasser einen einzigen zusammenhängenden Kreislauf. Was an Verschmutzungen oben eingetragen wird, kommt irgendwann im Grundwasser an. Die Hormone aus der Antibabypille und das Penicillin aus der Viehzucht beispielweise. Inzwischen gelangen immer mehr Arzneimittel ins Grundwasser. Entweder direkt über menschliche oder tierische Ausscheidungen und undichte Abwasserleitungen oder über Mülldeponien, auf denen große Mengen nicht verbrauchter Medikamente gelagert werden. Noch sind im Grundwasser nur geringe Spuren nachweisbar, aber für den KIT Hydrologen Professor Nico Goldscheider ist es eine bedenkliche Entwicklung, die vor allem die Wasserwerke im Augen behalten müssen. Für ihn ist Verschmutzung die eigentliche Wasserverschwendung, nicht etwa der sprichwörtliche tropfende Wasserhahn.

 

Selektive Wahrnehmung

Wahre Horrormeldungen schreckten vor ein paar Wochen die Menschen im Land. Mit mehr als 70% höheren Strompreisen müssten Verbraucher in Baden-Württemberg bis 2025 rechnen, wenn die Atomkraftwerke wie geplant abgeschaltet würden.

Viel Lärm um nichts, denn wer sich die Mühe machte, die 250 Seiten der Energiestudie des KIT auch wirklich zu lesen, erfuhr, dass sich diese Steigerung des Strompreises über 13 Jahre bereits aus den üblichen jährlichen Preissteigerungsraten ergibt. Das hinderte die erklärten Gegner der Energiewende wie den baden-württembergischen Dachverband der Industrie-und-Handelskammern nicht daran, die Forschungsergebnisse für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen.

Und auch die Medien waren durch die Bank mehr an Stimmungsmache als an substantieller Information interessiert, klagt Dr. Karl-Friedrich Ziegahn, Programmleiter Erneuerbare Energien (EE) am KIT-Zentrum Energie. Dabei bieten die für den Atomausstieg neu zu entwickelnden Technologien einem Hightech-Land wie Baden-Württemberg auch zahlreiche ökonomische Chancen.

 

Grollen in der Tiefe

80.000 Erdbeben pro Monat, zwei in jeder Minute, die Erde ist alles andere als ein ruhiger Planet. Die meisten dieser Erschütterungen finden in sehr großer Tiefe statt (20- 30 km), sodass sie an der Oberfläche kaum mehr spürbar sind. Die Seismologen sprechen vom tektonischen Zittern. Letztlich haben dieses Zittern und die alles zerstörenden Erdbeben aber die gleiche Ursache. Spannung, die durch Plattenverschiebung an einer Verwerfung zwischen zwei Patten entsteht, baut sich ab, und das führt zu Erschütterungen. So könnten der tektonische Tremor vielleicht eines Tages als Frühwarnsystem für die großen Beben genutzt werden. Das ist jedenfalls die Hoffnung von Dr. Rebecca Harrington vom Geophysikalischen Institut des KIT. Kornelius Sücker hat mir ihr gesprochen.

 

(Text: Stefan Fuchs)