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KIT Wissen

Die Hälfte der Opfer des Erdbebens in Haiti von 2010 leben auch heute noch in Zelten.

am 31. Mai und 1. Juni 2012

Agnes Nahm

Zuhause im Zelt

Über 700.000 Menschen, mehr als die Einwohnerzahl der Bankenmetropole Frankfurt, leben in Haiti auch heute noch in den 2010 von der Katastrophenhilfe aufgebauten Zelten. In Dafour vegetieren mehr als 40.000 Flüchtlinge seit einem halben Jahrzehnt in Zelten. Die Zeltstädte der somalischen Flüchtlinge in Äthiopien und Kenia beherbergen mehr als 1,5 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Selbst in den USA sind in den Einzugsgebieten der Großstädte riesige Zeltstädte für Obdachlose entstanden.

Für eine Gruppe Architektur-Studierender am KIT war es deshalb höchste Zeit, sich mit Zelten und Zeltstädten auch aus einer städtebaulichen Perspektive zu befassen. Schließlich ist die Mehrheit der Flüchtlinge und Katastrophenopfer dazu verurteilt, sich auf unbestimmte Zeit in Notfallzelten häuslich einzurichten.

Bei ihrem Neuentwurf knüpfte die KIT Projektgruppe x-tent.me an traditionelle Formen der Nomadenzelte an, die oft eine Feuerstelle in der Mitte des Raums aufwiesen. Das Hexagon wurde als Grundform gewählt, weil es sich nach dem Vorbild der Bienenwaben zu größeren Zeltstädten zusammenfügen lässt, in denen trotz der Enge noch so etwas wie menschliche Verhältnisse möglich sind.

 

Wolke ist nicht gleich Wolke

Auf dem Campus Nord des KIT gibt es eine Wolkenkammer. Was so poetisch klingt, ist ein Speziallabor zur Untersuchung der hochkomplizierten Vorgänge bei der Entstehung von Wolken. Kleinste Partikel spielen dabei als Kondensationskerne eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel der Staub, der bei der Bewirtschaftung von Ackerland aufgewirbelt wird. Die Forscher um Frau Dr. Corinna Hoose am Institut für Meteorologie und Klimaforschung haben herausgefunden, dass der Ackerstaub mehr noch als der Wüstensand zur Bildung von Eiswolken beiträgt. Eiswolken befördern im Unterschied zu Regenwolken paradoxerweise die Erderwärmung. Wenn man jetzt noch erfährt, dass weltweit immer mehr Land unter den Pflug genommen wird, kann man sich die Folgen ausmalen. Radio KIT Redakteur Kornelius Sücker berichtet.

 

Fit in Südwest

An Spargel dürfte es auf dem Speisplan der Menschen am Oberrhein nicht fehlen. Und auch Erdbeeren und Walnüsse werden in beträchtlichen Mengen hier im äußersten Südwesten der Republik konsumiert. Wie aber wirkt sich das auf Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen aus? Das sind Fragen, die sich deutsche und französische Wissenschaftler beim Symposium des oberrheinischen Ernährungsnetzwerkes nutrhi.net. in Straßburg stellten. Radio KIT Reporterin Carmen Belaschk hat die Antworten.

 

(Text: Stefan Fuchs, Bild: global voices online)