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KIT Wissen

Theresia Bauer: „Unabhängigkeit der Forschung musste hart erkämpft werden“ (Bild: PKM KIT)

am 17. und 18. Mai 2012

Moderation: Judith Böseke

Freiraum für innovative Köpfe

Geradezu begeistert von der Vielfalt ungewöhnlicher und überraschender Ideen zeigte sich die grüne Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei ihrem Besuch am 15. Mai auf dem Campus des KIT. Anlass war die Siegerehrung des Schüler-Wettbewerbs „Zukunftsbilder“. Im Interview mit Radio KIT zeigte sie sich äußerst zufrieden, dass unter den Preisträgern überdurchschnittlich viele Schülerinnen waren. Ein tatsächlich beachtliches Potential weiblicher Innovationskraft.

Innovation hat dabei für die Ministerin auch eine gesellschaftliche Dimension jenseits der Entwicklung vermarktbarer Technologien. Eine Gesellschaft im Umbruch brauche den unverstellten Blick der Jugend mehr denn je. Die Hochschulen böten dafür ideale Voraussetzungen als Begegnungsstätte des Erfahrungsschatzes, wie er durch die Professorenschaft repräsentiert werde, und der Neugier immer neuer Studierendengenerationen. Deshalb müsse die Universität ihre Unabhängigkeit sowohl vom Staat wie von wirtschaftlichen Interessen bewahren. Diese Unabhängigkeit ist für Theresia Bauer ein hohes Gut, das im XIX. Jahrhundert hart erkämpft werden musste und heute mindestens so wichtig sei wie vor hundertfünfzig Jahren.

 

Lichtempfänger

Im Prinzip tun sie das gleiche wie Radioantennen, nur fangen optische Nanoantennen Licht ein und keine Radiowellen. Da Lichtwellen im Vergleich zu Radiowellen zwanzigmillionenmal kleiner sind, bewegt sich die Größe der Lichtantennen ebenfalls im Nanometerbereich. Sie werden aus Gold oder Aluminium gefertigt und erlauben beispielsweise der medizinischen Grundlagenforschung, einzelne Proteine zu beobachten, ohne dass man sie zuvor markieren und damit verändern muss. Lichtantennen erweitern die mögliche Auflösung der Mikroskopie auf Objekte, die kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts von 500 Nanometer. Man kann sie aber auch zur Umsetzung von Licht in Energie nutzen. Eine ganz neue Photovoltaik wäre damit möglich, erklärt Dr. Hans Eisler vom Lichttechnischen Institut des KIT.

 

Virtuelle Galaxien

1,3 Milliarden Gigabyte übertragenes Datenvolumen bis 2014, schätzungsweise eine Billion Webseiten weltweit, eine Milliarde aktive Nutzer in den einschlägigen sozialen Netzwerken, die Netzwelt nimmt Dimensionen an, die jedes menschliche Maß schon heute hinter sich gelassen haben. Die Auswirkungen auf die Offline-Welt sind unabsehbar, sowohl was den Arbeitsmarkt als auch was das menschliche Miteinander betrifft. Das von KIT Studierenden organisierte Technologieforum talKIT beschäftigte sich am 10. Mai mit diesem galaktischen Problemfeld.

 

(Text: Stefan Fuchs)