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KIT Campus

Wildrebe „Vitis Silvestris“ - die letzte Hoffnung für den ökologischen Weinbau (Bild: Prof. Peter Nick)

am 19. und 20. April

Moderation: Eva Zovko

 

Tickende Uhr für den Ökowein

Die Schwarzfäule (Guidnaria bidwellii) breitet sich langsam aber sicher in den deutschen Weinbaugebieten aus. An der Mosel wird die Lage von Winzern bereits als dramatisch eingestuft. Besonders hart betroffen ist der ökologische Weinbau, der ohne chemische Spritzmittel auskommen muss. Den Bio-Winzern bleibt oft nichts anderes übrig, als zuzusehen, wie ihre Ernte am Stock dahinfault.

In dieser Situation sind die am Botanischen Institut des KIT durchführten Forschungen mit der Wildrebe „Vitis Silvestris“ ein letzter Strohhalm. Wildreben besitzen eine Resistenz gegen die Schwarzfäule, die den Kulturreben verloren gegangen ist.

Prof. Peter Nick hat über 80 Arten der in Deutschland nahezu ausgestorbenen europäischen Urmutter aller Reben in seinem Institut zusammengetragen. Bisweilen ein Dschungelabenteuer in der Art von Indiana Jones,. Reben sind Lianen, die sich bis 30 Meter Höhe durch die Baumwipfel ziehen und nur noch in abgelegenen Naturschutzgebieten wie der Halbinsel Letsch südlich von Mannheim oder im Refugium des Donau-Deltas vorkommen.

Durch moderne Kreuzungsverfahren werden am KIT die Resistenzen der Wildreben auf die Kulturpflanzen übertragen, um die ideale Kombination von Widerstandsfähigkeit und Geschmack zu finden. Ein Wettlauf mit der Zeit, wie die Radio KIT Reporterin Julia Kölmel von Prof. Nick erfahren hat.

 

Zwischenlösung

Über 30.000 Millionen Tonnen beträgt der weltweite Ausstoß des klimaschädlichen CO2 Gases trotz aller Spar-Anstrengungen. Tendenz immer noch steigend.

Kann man einen Teil dieser riesigen Mengen tief unter die Erde pumpen und dort in natürlichen unterirdischen Gaslagern daran hindern, die unheilvolle Wirkung auf das Klima zu entfalten? Am Pilotstandort Ketzin in Brandenburg westlich von Berlin hat man das mit dem Forschungsprojekt „ CO2Man“ (http://www.co2sink.org/) in die Praxis umgesetzt. 60.000 Tonnen Kohlendioxyd wurden in gasundurchlässige Schichten in 800 Metern Tiefe injiziert.

Die Erfahrungen sind durchaus positiv. Geeignete geologische Schichten aber stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Deshalb kann das Verfahren bestenfalls eine Zwischenlösung für das Klimagasproblem bieten, hat Radio KIT Redakteur Kornelius Sücker vom Projektleiter Prof. Frank Schilling (Institut für angewandte Geowissenschaften) erfahren.

Ein großer Name verpflichtet

Karl Steinbuch gehört zu den Pionieren der maschinellen Informationsverarbeitung. Bereits in den fünfziger Jahren legte er als Professor an der Universität Karlsruhe die Grundlagen für eine Informationswissenschaft in Deutschland und sah die überragende Bedeutung der IT-Technologien für die Gesellschaft voraus.

Der Name dieses überragenden Visionärs ist anspornendes Programm für das Rechenzentrum des Karlsruher Instituts für Technologie, das seit der Fusion von Uni und Forschungszentrum als „Steinbuch Centre for Computing“ (SCC) firmiert.

 

(Text: Stefan Fuchs)