Institute for Project Defaults

KIT Wissen

Cloud-Computing-17 Milliarden Umsatz bis 2016 (Bild: Smithsonian Institute)

am 5. und 6. April 2012

Moderation: Judith Böseke

Die nächste Revolution

Revolutionen der IT Branche kommen regelmäßig auf Samtpfötchen. Wer hätte in den wilden Sechzigern gedacht, dass die wahre Revolution nicht von den Hippies gemacht wurde, sondern von jenen Pionieren, die geduldig mit Lochkarten und ihren sich ewig aufhängenden Rechnern hantierten. Inzwischen wurde die Arbeitswelt und mit ihr die ganze Gesellschaft gleich mehrmals durch IT-Technologieschübe durcheinandergewirbelt.

Der nächste Taifun heißt Cloud-Computing und verspricht, wie die Wolkenmetapher schon ahnen lässt, eine paradiesische von aller Erdenschwere befreite Computerwelt. Vorbei die Zeiten, da man als Unternehmer in teure Hardware oder Programmlizenzen investieren musste. Aus der Cloud kommt alles, was man braucht „skalierbar“, das heißt an die augenblickliche Marktlage angepasst. Das verschiebt die Gewichte auch innerhalb der Branche. Schon haben die ersten Hardware-Hersteller den Trend erfasst und sind auf Cloud-Dienstleistungen umgestiegen.

Aber auch die Struktur der Unternehmen selbst wird sich im nächsten Jahrzehnt gründlich ändern. Was euphemistisch Virtualisierung heißt und realiter Outsourcing ist, erhält einen letzten, vielleicht den entscheidenden Schub. Zumal auch „Human Based Services“(h-service), das heißt alles, was der Computer (noch) nicht vollautomatisch kann, zukünftig ebenfalls aus der Cloud bezogen werden können. Die kann dann natürlich auch gerade mal über Indien oder China Rast machen. Für den Cloud Experten Dr. Marcel Kunze vom Steinbuch Centre for Computing (SCC) eine Herausforderung, der sich Gesellschaft und Hochschulen nolens volens werden stellen müssen.

 

Leicht, leichter, am leichtesten

Unsere Autos sind in den letzten Jahrzehnten immer schwerer geworden. Und das obwohl der Einsatz von Aluminium und aller Art von Plastik im Fahrzeugbau bereits die Regel sind. Mehr Sicherheit und mehr Fahrkomfort haben auch zu mehr Gewicht geführt. Wenn sich das neue Technologie-Cluster Composites (TC2) jetzt vorgenommen hat, diese Gewichtszunahme erst einmal durch neue Werkstoffe zu bremsen, dann klingt das bescheiden, ist aber genauer besehen eine enorme wissenschaftliche und technische Herausforderung. Schließlich sollen leichtere Autos nicht unerschwinglich teuer werden. Radio KIT spricht darüber mit Timo Müller vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik, wo TC2 koordiniert wird.

 

Software für gute Software

Von guter Software hängt heute so einiges ab: die Buchhaltung von Großunternehmen, das Auf- und ab an der Aktienbörse, möglicherweise sogar der erfolgreiche Start eines Großraumflugzeugs. Da ist es schon erstaunlich, dass Programmierung bisher vor allem nach dem Motto, ausprobieren und sehen, ob’s läuft, entstanden ist. Am Karlsruher Forschungszentrum Informatik hat man jetzt mit „Palladio“ eine Software für Software entwickelt. Damit ist auch für den Software-Entwurf möglich, was beim Hausbau längst selbstverständlich ist, eine ingenieursmäßige Herstellung der Programmarchitektur. Radio KIT hat mit Dr. Klaus Krogmann gesprochen, Abteilungsleiter "Qualität" am Forschungszentrum Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie.

 

(Text: Stefan Fuchs)