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Textüberschrift 299

Die Kernfusion will das Sonnenfeuer auf die Erde holen

am 8. und 9. März 2012

Moderation: Judith Böseke

Sonnenfeuer

Vor 30 Jahren war sie als Energiequelle der Zukunft noch in aller Munde, heute ist sie im Bewusstsein der Öffentlichkeit nahezu vergessen. Die Kernfusion ist physikalisch nicht nur das Gegenteil der Kernspaltung, die als zu riskant politisch gerade aufgegeben wurde, sie ist auch ungleich schwerer in die Praxis umzusetzen. Das Sonnenfeuer auf Erden nachzubauen, bedeutet Tritium- und Deuteriumatome zu Helium zu verschmelzen. Dafür sind Temperaturen von einer Million Grad notwendig. Eine gewaltige wissenschaftliche und auch technische Herausforderung, der sich Dr. Dirk Radloff vom Projekt "Fusion" am KIT und seine Kollegen rund um den Globus gleichwohl stellen. Das Karlsruher Team baut an der Reaktorhülle, die das teuflisch heiße Plasma einmal einschließen soll. Bis 2019 muss sie fertig sein, dann wird im südfranzösischen Cadarache der weltgrößte Fusionsreaktor gezündet. Im Unterschied zur Kernspaltung aber, erlischt das Sonnenfeuer der Fusion bei einem Störfall ganz von allein. Es braucht also keine Notkühlung und auch kein Endlager, denn die Halbwertzeit ist mit 100-200 Jahren relativ kurz. Radio KIT Reporter Sebastian Dahm hat mit Dr. Radloff gesprochen.

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Operieren im virtuellen Raum

Minimalinvasive Operationen sind eine der großen Errungenschaften der Medizin. Je kleiner die Öffnung, die der Chirurg für seinen Eingriff braucht, umso geringer das Risiko von Komplikationen und die Belastung für den Patienten. Allerdings ist die Sicht für den Operateur mit den verwendeten Kleinkameras oft sehr beschränkt. Damit sich das ändert, entwickeln Mathematiker der Arbeitsgruppe Numerische Simulation am KIT Möglichkeiten zweidimensionale CT- und Röntgen-Bilder in einen virtuellen dreidimensionalen Raum zu verwandeln, in dem sich der Chirurg auch während der Operation zuverlässig orientieren kann. KIT Radio Redakteur Kornelius Sücker berichtet von einer fruchtbaren Kooperation mit der Karlsruher Herzchirurgie.

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Im extrem Kleinen verschwinden die Unterschiede

Begibt man sich in die Nanowelt, das heißt auf die Ebene von Molekülen und Atomen, verschwinden die Unterschiede zwischen Belebtem und Unbelebtem. So kann die Nanotechnologie Biomoleküle benutzen, in denen normalerweise Erbinformationen gespeichert sind, um damit Strukturen im Maßstab von nur einem Milliardstel Millimeter herzustellen. Einem Forscherteam in Taiwan und Karlsruhe ist es jetzt gelungen, einen Datenspeicher herzustellen, der mit Hilfe der DNA des Lachses funktioniert.

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Ticker (Kornelius Sücker)

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(Text: Stefan Fuchs, Bild: NASA Marshall Space Flight Center)