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KIT Wissen

Der bedeutendste Theoretiker der Postmoderne, der britische Soziologe Zygmunt Bauman, spricht am 11. Februar bei den 16. Karlsruher Gesprächen.

am 9. und 10. Februar 2012

Moderation: Judith Böseke

Leben in der Ungewissheit

Das Chaos hat durchaus Methode. Mit dem Begriff der "Flüssigen Moderne" hat der britische Soziologe Zygmunt Bauman die wachsende Unsicherheit in den durch Globalisierung und Deregulierung geprägten Gesellschaften charakterisiert. Die "Verflüssigung" aller Strukturen, die im 20. Jahrhundert noch Halt gaben, Beruf, Familie, soziales Umfeld, überfordert die Menschen zunehmend und versetzt sie in einen permanenten Schockzustand, der jedes politische Engagement unmöglich macht.

Professor Bauman spricht am Samstag, 9:30 Uhr auf den vom Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften veranstalteten 16. Karlsruher Gesprächen im Saal "Baden" der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Lammstraße 13-17.

 

Einsammeln was übrigbleibt

Im Prinzip ist es eine geniale Idee, Sonnenenergie durch die Photosynthese der Pflanzen für die Menschen nutzbar zu machen. Wenn da nur nicht die Konkurrenz der Biokraftstoffe zur Nahrungsmittelproduktion wäre. Schließlich kann nicht mehr essen, was man in Form von Bioethanol in den Tank gefüllt hat. So hat etwa die Nutzung des Mais als Kraftstoff in den USA in Mexiko zur Verdopplung des Preises für Tacos geführt.

Seit geraumer Zeit arbeitet man deshalb am KIT an Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation. Das in Karlsruhe koordinierte EU-Projekt "Bioboost" entwickelt jetzt ein erstes wirklich nachhaltiges Gesamtkonzept für Bioenergie. Dabei wird ausschließlich das verwendet, was nach der Ernte auf den Feldern liegen bleibt, und dort nicht einmal mehr zur Düngung taugt.

 

Absolute Stille

Hades, der Gott der Unterwelt soll eine besessen haben, Alberich in Richard Wagners Rheingold benutzte sie, und natürlich hängt eine Tarnkappe auch bei Zauberlehrling Harry Potter in der Garderobe. Sich durch ein Stück Stoff einfach unsichtbar zu machen, ist ein uralter Traum der Menschen.

Die Fortschritte der Nanotechnologie und die Entwicklung von Metamaterialien haben uns der Verwirklichung ein gutes Stück näher gebracht. Am Karlsruher Institut für Technologie und am britischen Kings College wurden High-Tech Materialien entwickelt, die das Licht so raffiniert ablenken, dass sie unsichtbar werden. Jetzt ist dem Karlsruher Zauberteam eine spektakuläre Steigerung gelungen: eine Tarnkappe auch für Schallwellen.

Übrigens muss man beim Stichwort Tarnkappe nicht immer gleich an militärische Anwendungen denken. Die akustische Tarnkappe um Flugzeugturbinen gelegt, würde für absolute Stille sorgen, auch über der Frankfurter Startbahn West.

 

Der weiße Tod

Was bringt Lawinen ins Rollen, oder besser ins Rutschen? Die Antwort auf diese Frage schien lange Zeit gesichert. Jetzt hat ein Forscherteam am Institut für Angewandte Materialien des KIT eine revolutionär neue Hypothese zur Lawinenentstehung aufgestellt. Der Schweizer Physiker Dr. Joachim Heierli erklärt, was das für Folgen auch für die Lawinenprävention haben wird.

(Text: Stefan Fuchs, Bild: Grzegorz Lepiarz http://photogl.com/)