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KIT Wissen

Prof. Klaus Hänsch: „Ein Scheitern des Euro wäre der Ausstieg der Europäer aus der Geschichte" (Bild: Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft (ZAK))

am 15. und 16. Dezember 2011

Moderation: Eva Zovko

Schicksalsgemeinschaft Europa

Gerade liegt wieder ein Europäischer Gipfel hinter uns, bei dem es erneut um die Rettung des Euro und der Union in höchster Not. Und auch dieser – Angela Merkel hat es schon angedeutet – wird sicher nicht der letzte sein. Die Schuldenkrise, die eine Bankenkrise und eine Spekulationskrise ist, könnte uns noch einige Jahre begleiten.

Da ist es nicht verwunderlich, dass die Verunsicherung der Menschen wächst. An den Stammtischen fordert man mit Entschiedenheit den Ausstieg aus dem Euro und eine Rückkehr zur Deutschen Mark.

Für den ehemaligen Präsidenten des europäischen Parlaments, Professor Klaus Hänsch, wäre das schlicht eine Katastrophe. Europa und mit ihm Deutschland würden sich in einer Welt, in der sich die geostrategische und ökonomische Balance ohnehin nach Osten verschiebt, endgültig ins Abseits manövrieren.

Bei der vom Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft veranstalteten Jean-Monet-Vorlesung las Professor Hänsch den Zauderern und Ängstlichen mit Verve die Leviten. Schließlich erwirtschafte Deutschland jährlich einen Exportüberschuss von gut 100 Milliarden in der Eurozone. Die Überschüsse des einen aber seien schließlich die Defizite der anderen.

 

Wetter im Würfel

KITcube ist eine meteorologische Beobachtungseinheit, die innerhalb eines Kubus von 10 Kilometern Seitenlänge alle wichtigen Wetterfaktoren messen kann. Das 10 Millionen Euro teure Großgerät kann in Containern an jeden beliebigen Ort verbracht werden. Im Leitstand laufen die Daten von Wolkenkameras, Laserlicht-, Radar-, Temperaturmess- und chemischen Analysegeräten zusammen und werden ausgewertet.

Radio-KIT-Reporterin Geraldine Schurek hat sich den Einsatz von Dr. Ullrich Corsmeier vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung erklären lassen. Insbesondere so genannte Aerosole spielen eine große Rolle bei Wolkenbildung und Niederschlägen. Das sind winzigste Staubpartikel, die in der Atmosphäre aufsteigen und der Feuchtigkeit als Kondensationskerne dienen.

 

-273°C in Moskau

Temperaturen von -273°C, nahe dem absoluten Nullpunkt, sind nötig, damit bestimmte Metalle wie Quecksilber oder Aluminium eine überraschende Eigenschaft zeigen können. Sie leiten Strom praktisch ohne Widerstand. Für Magnetfelder bedeutet dies, dass sie nicht in das Innere des Materials gelangen können. Was sie in einem Magnetfeld berührungslos schweben lässt. Die physikalischen Grundlagen dieses Effekts geben den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf.

Einer von ihnen hat nun Gelegenheit, dieses Rätsel ein gutes Stück weit aufzuklären. Professor Alexey Ustinov vom Physikalischen Institut des KIT erhielt im November eine Förderung der Russischen Föderation von 3,5 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen in Moskau die notwendigen Labore aufgebaut werden. Dort war man vor dem Zerfall der Sowjetunion führend auf diesem Forschungsfeld. Radio-KIT-Reporter Kornelius Sücker hat von Professor Ustinov erfahren, warum diese Forschung so teuer ist.

 

Ich bin dann mal weg

Ein Besuch der Niagara-Wasserfälle, ohne auch nur ein Flugzeug zu besteigen oder ein Spaziergang durch Sydney, ohne Karlsruhe verlassen zu müssen: Mit der so genannten „Telepräsenz“ ist das kein Problem mehr. Die Forscher am ISAS-Labor des Karlsruher Instituts für Technologie verwirklichen einen Traum, der aus einem Science Fiction Film stammen könnte: sich mal so eben wegzubeamen. Ein Beitrag von Judith Böseke.

(Text: Stefan Fuchs)