Institute for Project Defaults

KIT Wissen

Tornado über Florida

am 20. und 21. Oktober 2011

Moderation: Geraldine Schurek

 

Schwere Turbulenzen

Faustgroße Hagelkörner aus dem Nichts, Minitornados in der Stadt, sintflutartige Niederschläge auf der Autobahn: extreme Wetterereignisse häufen sich und mit ihnen die Schäden, die sie verursachen. Nicht erstaunlich also, dass Wetterkapriolen auch den Meteorologen zunehmend Kopfzerbrechen bereiten. Bisher war der Vorhersagezeitraum in diesen Fällen auf wenige Stunden begrenzt. Mit dem Forschungsprojekt COPS soll die Vorwarnzeit bei Extremwetterlagen deutlich verlängert werden. Die Wetterfrösche des KIT und der Universität Hohenheim arbeiten mit einer Kombination von Laser- und Radar-Messgeräten, Forschungsflugzeugen und Zeppelinen. Dr. Ulrich Corsmeier ist einer von ihnen. Er erklärt auf Radio KIT warum idealerweise an jeder Straßenecke eine Messstation stehen sollte.

 

Höchstgeschwindigkeit überschritten

60 Nanosekunden, das sind 60 Milliardstel einer Sekunde. Ein Zeitunterschied, der für menschliche Verhältnisse absolut bedeutungslos ist. In der Physik aber kann er ein ganzes Theoriegebäude stürzen.

60 Nanosekunden schneller als das Licht, das war im September 2011 die Geschwindigkeit von ein paar Neutrinos auf der 720 Kilometer langen Strecke zwischen Genf und dem italienischen Gran Sasso Massiv. Sollte sich das Opera-Experiment der europäischen Elementarteilchenforscher vom CERN bestätigen, wäre eine Modifikation der Einsteinschen Relativitätstheorie fällig und möglicherweise eine Grundlage für Zeitreisen gelegt. Radio KIT Redakteurin Judith Böseke spricht mit Guido Drexlin, Professor für Astroteilchenphysik am KIT.

 

Staatliche Hacker

Was den Computerusern inzwischen zugemutet wird, übersteigt die wildesten Phantasien. Begonnen hat es mit "Stuxnet". Nicht etwa ein Kuscheltier, wie man vermuten könnte, sondern ein höchstgefährlicher Computerwurm, den die Herren in Trenchcoat und Schlapphut vom amerikanischen Geheimdienst auf die Computerwelt losgelassen haben. Jetzt hat der Chaos Computer Club (CCC) den schon lange erwarteten Staatstrojaner entdeckt. Ausgerechnet Ermittler in Bayern haben die Rechner verdächtiger Personen bei einer Flughafenkontrolle damit infiziert. Über 200.000 Screenshots hat er in kurzer Zeit geschossen und brav weitergeleitet. Befindet sich eine Webkamera und ein Mikrophon auf dem Laptop verwandelt sich dieses unversehens in eine universell einsetzbare Wanze. Nicht nur dass das jede richterliche Überwachung des Eingriffs in die Privatsphäre aushebelt, es reißt auch Sicherheitslücken ins Betriebssystem, die von kriminellen Trittbrettfahrern elegant genutzt werden können. Der Computersicherheitsexperte Professor Jörn Müller-Quade macht im Gespräch mit Radio KIT Reporter Thomas Simon aus seinem Herzen keine Mördergrube.

(Text: Stefan Fuchs, Bild: LJredherring)