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KIT Wissen

Das Alpha Magnetische Spektrometer AMS 02. (Bild: NASA)

Aktuell: Radio KIT Wissen

am 19. und 20. Mai 2011

Moderation: Karen Voß

Vergangenen Montag um 15:56 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es endlich so weit. Nach mehreren in letzter Minute abgebrochenen Startversuchen trat der Spaceshuttle „Endeavour“ vom Raumbahnhof Cape Canaveral aus seine letzte Reise zur Internationalen Raumstation an. Mit an Bord ein sieben Tonnen schweres Ungetüm: das Alpha Magnetische Spektrometer AMS 02, entworfen und gebaut von einem Karlsruher Team unter der Leitung des Elementarteilchenforschers Professor Wim de Boer.

Das AMS 02 ähnelt den Detektoren, die an den großen Teilchenbeschleunigern wie dem CERN im Einsatz sind. Von der Internationalen Raumstation aus soll es die nächsten zehn Jahre im All nach schweren Antimaterieteilchen wie Helium- oder Kohleantimaterie suchen. Stimmt die heute gültige Theorie über den Urknall, wird der Detektor nur leichte Antimaterieteilchen finden, wie sie durch kosmische Strahlung immer aufs Neue entstehen. Sollte aber entgegen den Vorhersagen doch ein schweres Teilchen ins Netz geraten, wäre das eine Sensation. Das müsste dann aus der Entstehungszeit des Universums stammen und würde auf Galaxien ganz aus Antimaterie in einer verborgenen Ecke des Universums schließen lassen.

(http://www.nasa.gov/mission_pages/shuttle/main/amsprocessing.html)

Die vergangene Woche war von einer ganz anderen wissenschaftlichen Überraschung geprägt. Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlichte am 9. Mai in Abu Dhabi einen lange erwarteten Sonderbericht zur Frage des Umstiegs auf erneuerbare Energien (SRREN). Die frohe Botschaft: schon 2050 könnten mehr als Dreiviertel der weltweit verbrauchten Energie aus Bioenergie, Solarenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie und Windenergie stammen. Die Befragung von 120 anerkannten Experten rund um den Globus hat das ergeben. Voraussetzung: Es gibt den politischen Willen zum Umsteuern. Für Radio KIT ein Anlass, die Klimaforscherin Dr. Christina Endler zu befragen, für wie realistisch sie dieses Szenario hält. Radio KIT-Redaktionsmitglied Kornelius Sücker interessiert sich auch für die Kosten einer solchen Energiewende.

Ruß-Partikel aus Dieselmotoren sind hochgradig gesundheitsschädlich. Bei modernen Automobilen werden sie deshalb mit großem technischem Aufwand aus den Abgasen herausgefiltert. Partikelfilter aber sind teuer und konterkarieren die Bemühungen um eine weitere Senkung des Kraftstoffverbrauchs. Am Karlsruher Institut für Technologie arbeitet man deshalb intensiv an Motoren, in denen die gefährlichen Ruß-Partikel nicht mehr mühsam eingefangen werden müssen, ganz einfach, weil sie gar nicht erst entstehen. Radio KIT spricht mit den Professoren Henning Bockhorn, Sprecher des Sonderforschungsbereich „Instationäre Verbrennung“, und Rainer Suntz vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie des KIT.

In dieser Woche findet in Berlin die Jahrestagung Kerntechnik in einer von Grund auf gewandelten energiepolitischen Landschaft statt. Radio KIT Moderatorin Karen Voß befragt Tagungsteilnehmer Professor Horst Geckeis vom Institut für Nukleare Entsorgung am KIT, wie die Kernkraftbefürworter auf die nun auch vom Ethikrat unter der Leitung von Ex-Umweltminister Klaus Töpfer geforderte Energiewende reagieren.

Die in Verona geborene Ingenieurin Dr. Elena Pancera will mit Funk Krebsgeschwüren und Wasseransammlungen im Körper auf die Spur kommen. Im Unterschied zu anderen bildgebenden Verfahren belastet die Ultra-Breitbandtechnologie den Körper nicht. Die Nachwuchswissenschaftlerin hat mit ihrem Forschungsansatz das renommierte Margarete von Wrangell Habilitationsstipendium gewonnen. Mit ihm fördert das Land Baden-Württemberg herausragende Frauen in der Wissenschaft. Radio KIT-Reporterin Anna Pöhler berichtet. (Text: Stefan Fuchs)

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Beiträge in der Sendung

Die Jahrestagung Kerntechnik in Berlin - Interview mit Prof. Horst Geckeis vom KIT (Karen Voß)

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Ist der Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 möglich? Gespräch mit der KIT-Klimaforscherin Dr. Christina Endler zum Bericht des Weltklimarats (Kornelius Sücker)

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Motoren ohne Rußpartikel? KIT Sonderforschungsbereich will teure Rußfilter überflüssig machen (Carmen Belaschk)

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"Lift off for the final launch of Endeavour" - der Karlsruher Antimaterieteilchen-Detektor ist zur Internationalen Raumstation gestartet (Stefan Fuchs)

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