Institute for Project Defaults

KIT Campus

(Bild: lgr-karlsruheQwb2∂web de)

am 12. und 13. Mai 2011

Moderation: Eva Zovko

Die Badische Meile ist acht Kilometer, 888 Meter und 89 Zentimeter lang. Irgendwann im frühen XIX. Jahrhundert legte Markgraf Carl Friedrich mit seinem Gefolge genau diese Entfernung in zwei Wegstunden durch den Hardtwald zurück und definierte damit die längste Landmeile Deutschlands. Am vergangenen Sonntag bei strahlendem Wetter legten einige Tausend Läufer - unter ihnen jede Menge KIT Studis - die badische Meile zum nunmehr 22. Male zurück. Wie unsere Reporterin Carmen Belaschk zu berichten weiß, gab es auch dieses Mal jede Menge Schweiß und Spaß.

Am 29. Januar 1886 hat Carl Benz in Mannheim ein dreirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zum Patent angemeldet. Damit wurde der Südwesten zur Wiege des Automobils. Entsprechend heftig feiert man nun im Ländle einen Sommer lang den 125. Geburtstag dessen, was heute hochtrabend „individuelle Mobilität“ heißt. Einen würdigen Auftakt des baden-württembergischen Automobilsommers 2011 bildete in der letzten Woche das zweitägige Wirtschafts-und Technologieforum „talKIT“. Ausschließlich von Studierenden des KIT organisiert, gab es auf dem Campus unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministers ein Feuerwerk an Informationsveranstaltungen rund um die Elektromobilität. Das Ergebnis war eine beeindruckende Standortbestimmung des unter wirtschaftlichen wie unter technischen Aspekten wohl umfassendsten großindustriellen Projekts seit der IT-Revolution: der Elektrifizierung des Autos. Radio KIT-Reporterin Anna Pöhler sprach mit dem Pressesprecher von talKIT und mit der Professorin Caroline Robertson-von-Trotha (ZAK).

Um die Carl Benz und Gottlieb Daimlers des 21. Jahrhunderts ging es beim „Grillfest für Gründerväter“, das am 28. April stattfand. Das eigene Forschungsergebnis, die eigene Idee zur Grundlage der Selbstständigkeit zu machen, ist der Traum einer wachsenden Zahl von Studierenden. Um diese mutigen „Gründerväter“ auf dem steinigen Weg vom Traum zur Wirklichkeit möglichst lückenlos zu begleiten, hat sich das KIT einiges einfallen lassen. Ein möglichst offener Erfahrungsaustausch zwischen den Existenzgründern bildet einen Mosaikstein bei diesem intensiven Gründercoaching. Warum nicht wie einst im „Far West“ rund um ein Lagerfeuer?

Quasi als Sahnehäubchen gibt es die erste Ausgabe der Radio KIT Portraitreihe „Abenteuer Gründung“. Alexander Riederer hat unter dem Label „Walking Würschtl“ den Bratwurstgrill mobil gemacht. Vor allem auf dem Campus kann man seinen mobilen Wurstmännern begegnen. 5000 Bratwürste haben sie inzwischen verkauft. Anna Pöhler hat den Gründer nach dem Schlüsselerlebnis befragt, mit dem alles anfing.

„Japanisch Lernen ist nicht schwer“. Ob diese Behauptung stimmt, konnten die Besucher der Karlsruher Japantage in der letzten Woche ausprobieren. Radio KIT-Reporter Kornelius Sücker hat an diesem Selbstversuch teilgenommen.

Nirgendwo ist das Dilemma der zeitgenössischen Rockszene so deutlich abzulesen wir beim „Indie-Pop“. Was heute Underground, ist morgen schon Mainstream, und das Spiel beginnt von vorne. Aus den „Independent Labels“, auf die der Name anspielt, ist in der Zwischenzeit längst eine eigene Brand geworden, die sich prächtig vermarkten lässt. Jedenfalls sind die Indies populär wie nie zuvor, und der musikalische Mainstream ist ihnen wie immer dicht auf den Fersen. Inzwischen auch die Wissenschaft, denn der KIT Soziologe Paul Eisewicht hat die Indie-Szene zum Gegenstand seiner Forschungen gemacht. Radio KIT-Redakteurin Judith Böseke spricht mit ihm über „Toctronic“, „Franz Ferdinand“ und wie sie sonst noch alle heißen.

Übrigens: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis zu zählen. Und alle gingen hin, um sich zählen zu lassen, ein jeder in seiner eigene Stadt.“ Wieder einmal hat eine Volkszählung begonnen. Wie uns unsere Reporterin Agnes Nahm berichtet, interessieren sich die Statistiker ganz besonders für WGs.

(Text: Stefan Fuchs)