Institute for Project Defaults

KIT Wissen

10. und 11. Februar 2011

Moderation: Anne-Christin Döhle

Die Gentechnologie hat ein denkbar schlechtes Image. Unter anderem liegt das daran, dass sie Genmaterial wild über die Grenzen der Spezies hinweg tauscht, Tier-DNA in Pflanzen einbaut und umgekehrt. Da ist das Forschungsfeld des KIT-Botanikers Prof. Holger Puchta ganz anders gestrickt. Er und sein Team wollen den Genpool innerhalb einer einzelnen Pflanzenart gezielt ausschöpfen. Was Züchter schon seit Jahrtausenden gemacht haben, bestimmte Eigenschaften einer Pflanze in mühseliger Arbeit über viele Pflanzengenerationen hinweg herauszuzüchten, soll nun mit Hilfe eines gezielten und kontrollierten Gentausches gelingen. Eine wahrhaft grüne „grüne Gentechnologie“, denn auf diese Weise kann die inzwischen gefährliche Armut des Genpools der Kulturpflanzen durch das Einkreuzen von Erbinformationen der Wildpflanzen effektiv bekämpft werden. Modellpflanze ist des Forscherteams zunächst der Ackerschmalwand, eine Art Fruchtfliege der Botaniker, weil die Pflanze sich extrem schnell fortpflanzt. Danach aber ist die Tomate dran. Die Karlsruher Botaniker wollen der wässrigen Hollandtomate mit den Genen der Urtomatensorten in Lateinamerika wieder Geschmack beibringen. Ein Vorhaben, das dem Europäischen Forschungsrat immerhin 2,5 Millionen Euro Förderung wert ist. (Mehr zum Thema: http://www.kit.edu/besuchen/pi_2011_5187.php)

Verursacht das Internet eine schleichende Verdummung, wie der FAZ-Herausgeber Franck Schirrmacher in seiner Streitschrift „Payback“ vermutet oder trägt es die Fahne der politischen Emanzipation wie der Gebrauch der sozialen Netzwerke in der tunesischen und ägyptischen Revolution vermuten lässt? Ist die Internetsuchmaschine Google eine gefährliche Krake, die heimlich unsere Konsumprofile analysiert, um uns noch effizienter zum Ziel von Werbung zu machen oder ein Projekt in der Tradition der Aufklärung, das an der ersten Weltenzyklopädie der Geschichte arbeitet? Wird Wikileaks mit seinen Veröffentlichungen den Journalismus revolutionieren oder verlieren die Bürger in der ungefilterten Informationsflut jede politische Orientierung? Die 15. Karlsruher Gespräche des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaften am KIT versuchen vom 11. bis 13. Februar unter dem Titel „Ins Netz gegangen“ die widersprüchlichen Aspekte der Informationsgesellschaft kritisch auszuleuchten. Die Leiterin des ZAK Frau Professor Caroline Y. Robertson-von Trotha gibt im Studiogespräch einen Ausblick. (Ausführliches Programm mit Veranstaltungsorten: http://www.zak.kit.edu/2088.php)

Es wird immer heißer in den Städten. In den urbanen Ballungsräumen steigt von Jahr zu Jahr die Durchschnittstemperatur. Inzwischen ist auch das Grundwasser unter den Megastädten deutlich wärmer geworden. Was liegt näher, als diese im Untergrund verloren gegangene Wärme als Energiequelle zu nutzen. Die Stadt Köln etwa könnte mit den urbanen Wärmeinseln ihren Energiehunger für mehrere Jahre stillen. Ein KIT Forscher will herausbekommen, wie wirtschaftlich das wäre.