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KIT Wissen vom 03. Oktober

mit Margarete Jall

Der Anstieg des Meeresspiegels kann bis 2100 einen Meter erreichen. (Bild: Ian Britton, Freefotouk)

Indizienbeweise

Fünfter Sachstandsbericht des Weltklimarates

Wissenschaftliche Forschung ist ein langsamer und unglaublich zäher Prozess mit unendlich vielen Unsicherheiten. Das gilt insbesondere für so ein komplexes und tausendfachen Rückkopplungsprozessen unterliegendes Geschehen, wie es das Weltklima darstellt. Zumal dessen Entwicklungstendenzen erst in Zeiträumen von 30 und mehr Jahren zuverlässig sichtbar werden. Vor diesem Hintergrund wirkt der am vergangenen Montag veröffentlichte 5. Sachstandsbericht des Weltklimarats wie das lange erwartete Urteil in einem schwierigen Indizienprozess: Ja, die Erwärmung des globalen Klimas ist kein Hirngespinst, sie findet statt und wird mit „extremer“ Wahrscheinlichkeit schwerwiegende Folgen für die am meisten betroffenen Weltregionen haben. Und ja, die Schuld liegt beim Homo Faber, der Klimawandel ist menschengemacht: die gut halbe Trillion Tonnen CO2, die seit Beginn der Industrialisierung im XVIII. Jahrhundert in die Atmosphäre gepustet wurden, sind die Ursache, nicht etwa natürliche Klimaschwankungen. Das in Stockholm verkündete Urteil wird die Klimaskeptiker nicht zum Schweigen bringen, die von der Wissenschaft eine absolute Gewissheit erwarten, die sie nur in den seltensten Fällen liefern kann. Allen anderen aber sollten 96% Wahrscheinlichkeit genügen, um das Drohende abzuwehren. Im gemäßigten Norden gelegen wird Deutschland möglichweise relativ glimpflich davon kommen, von der Häufung von Extremwetterereignissen wie Hagel mal abgesehen. Aber wenn der Meeresspiegel wie jetzt prognostiziert bis zum Ende des Jahrhunderts um einen halben oder gar um einen ganzen Meter steigt, dann könnte die Hamburger Sturmflut von 1962 zur Regel werden. Und was machen wir mit den hungernden Klimaflüchtlingen, die aus Gebieten zu uns kommen, in denen die Landwirtschaft aufgrund der Dürre nicht mehr möglich ist. Der KIT Klimaforscher Prof. Christoph Kottmeier plädiert dafür, das wissenschaftliche und ökonomische Potential Deutschlands jetzt zu nutzen, um die Energiewende als zukunftsweisendes technologisches Großprojekt zu meistern. Dann können uns andere folgen, und zumindest die düstersten Szenarien könnten noch abgewehrt werden.

Interview von Stefan Fuchs

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